Chronische Schmerzen
Krankheitsbild Chronische Schmerzen
Während akute Schmerzen nur eine kurze Zeit andauern und als eine Art Warnsignal
des Körpers verstanden werden können, lässt sich bei chronischen Schmerzen häufig
keine eindeutige Schmerzursache finden. Chronische Schmerzen werden als quälend
und zermürbend erlebt, weil sie meist ständig auftreten. Die Betroffenen fühlen
sich trotz ihrer verzweifelten Bemühungen, dagegen anzukämpfen, hilflos und massiv
eingeschränkt. Die Leistungsfähigkeit und die Belastbarkeit nehmen ab.
Depressionen, Hoffnungslosigkeit sowie sozialer Rückzug sind oftmals die Folgen.
Auch in ihrer Familie fühlen sich die Patienten meist nutzlos oder als Last und
haben Angst, ihre Aufgaben als Ehepartner oder Elternteil nicht mehr erfüllen zu
können.
Was sind unsere Behandlungsziele?
In erster Linie möchten wir unseren Patientinnen und Patienten helfen, ihre Schmerzen
zu lindern und besser zu bewältigen. Wesentliche Teilziele dabei sind:
- weniger auf Schmerzmittel angewiesen zu sein,
- die schmerzbedingten Beeinträchtigungen und Folgeerscheinungen (wie sozialer Rückzug,
Depressionen, Verlust der Lebensfreude etc.) zu reduzieren,
- die Fähigkeit der Betroffenen zur Schmerzbewältigung zu verbessern,
- im Alltag wieder aktiver zu werden,
- und somit wieder mehr Lebensqualität in wichtigen Bereichen wie Familie, Freizeit
und Arbeit zu erreichen.
Wie behandeln wir Chronische Schmerzen?
Der Schwerpunkt unserer Behandlung liegt nicht auf medikamentösen, sondern psychotherapeutischen
Behandlungsmethoden
Unser therapeutisches Konzept
basiert auf einem integrativen verhaltensmedizinischen Ansatz. Darin werden medizinische,
psychologische und psychotherapeutische Erkenntnisse in einem Gesamtbehandlungsplan
integriert. Es wird der Tatsache Rechnung getragen, dass bei der Entstehung und
Aufrechterhaltung von chronischen Schmerzen sowohl biologische, psychologische als
auch soziale Faktoren eine wichtige Rolle spielen.
Wichtige Bestandteile unseres Behandlungsprogramms
Schmerzbewältigungsgruppe, allgemeine Psychotherapiegruppe, Einzelgespräche: hier
werden psychologische Theorien der Schmerzwahrnehmung und -verarbeitung erörtert,
Möglichkeiten zu einem verbesserten Umgang mit den Schmerzen im Alltag vorgestellt
und eingeübt. Hierzu gehören u.a. die Fähigkeiten, die eigene Aufmerksamkeit gezielt
von den Schmerzen weg auf angenehme Dinge des täglichen Lebens hinzulenken, schmerz-verstärkende
und -lindernde Bedingungen genauer zu beobachten und auszuwerten, psychische und
körperliche Belastungen abzubauen und trotz der Schmerzen sein Leben wieder positiv
und optimistisch zu gestalten. Die Patienten haben vor allem im Rahmen der Schmerzbewältigungsgruppe
die Möglichkeit, ihre Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig bei der Suche
nach effektiven Möglichkeiten der Schmerzbewältigung zu unterstützen. Ferner können
familiäre und berufliche Belastungen im Hinblick auf ihre Funktion bei der Aufrechterhaltung
der chronischen Schmerzen und entsprechende Bewältigungsmöglichkeiten diskutiert
werden.
Entspannungstraining:
Viele Menschen stehen unter einer ständigen Anspannung, welche die Entstehung der
Aufrechterhaltung von unterschiedlichen Schmerzsyndromen fördern kann. Aus diesem
Grund besteht die Möglichkeit, verschiedene Entspannungsverfahren zu erlernen (PMR,
Atementspannung; Yoga, Tai Chi, Schmerz- und Spannungsreduktionstechniken nach Zilgrei)
Biofeedback:
Beim Biofeedback kann computerunterstützt über verschiedene Messverfahren veranschaulicht
werden, wie eng der Zusammenhang zwischen psychischen und körperlichen Prozessen
ist. Durch die direkte Rückmeldung von physiologischen Veränderungen (Muskelspannung,
Herzrate, Blutdruck etc.) können Patienten lernen, die eigenen Schmerzen zu beeinflussen
oder eine tiefere Entspannung zu erreichen.
Sport- und Bewegungstherapie:
Diese Therapieform dient zum Einen der körperlichen und seelischen Aktivierung,
so dass die eigene körperliche Belastungsfähigkeit überprüft und erweitert werden
kann. Zum Anderen werden auch Verfahren angeboten, welche die Körperwahrnehmung
und Körperakzeptanz unterstützen.
Gestaltungstherapie:
Durch nichtverbale Medien (wie Malen oder bildnerisches Gestalten) werden Möglichkeiten
eröffnet, einen neuen Zugang zu Gefühlen, Einstellungen und seelischen Konflikten
zu bekommen sowie persönliche Kreativität zu erfahren und weiterzuentwickeln.
Physikalische Therapie:
Physikalische Therapie, Bäder, Massagen, Elektroreiz-behandlung etc. sind in vielen
Fällen angebracht, um Wege zu einem besseren körperlichen Empfinden aufzuzeigen.
Sozialtherapie:
Unser Sozialdienst befasst sich mit Hilfsmaßnahmen.Fragen nach einer beruflichen
Wiedereingliederung oder Neuorientierung sowie soziale und finanzielle Problemen
können geklärt werden. Der Sozialdienst vermittelt und betreut auch Belastungserprobungen
an Arbeitsplätzen, die oftmals unter dem Aspekt der beruflichen Wiedereingliederung
bedeutsam sind.