Magersucht & Bulimie

Krankheitsbild Magersucht und Bulimie

Magersucht & Ess-Brechsucht Anorexie und Bulimie

Trotz aller Popularität in den Medien sind Anorexie und Bulimie schwer zu verstehende Erkrankungen. Betroffene Angehörige stehen meist hilflos der Tatsache gegenüber, dass sich ihr Kind systematisch körperlich ruiniert und sich verschließt.

Folgende Merkmale zeichnen die Erkrankung aus:

Einhalten einer speziellen Diät zur Gewichtsreduktion, meist mit "verbotenen" und "erlaubten" Lebensmitteln. Auffälliger Umgang mit Nahrungsmitteln (z.B. Horten und Verstecken), besonderes Interesse für Kalorien, Kochen für die Familie, ohne selbst zu essen. Besondere Maßnahmen zur Gewichtsreduktion, z.B. übertriebene sportliche Aktivität trotz Untergewicht, Missbrauch von Abführmitteln, selbst herbeigeführtes Erbrechen.

Störung der Wahrnehmung des eigenen Körpers, findet sich schon nach einem Brötchen "dick wie eine Tonne", hervor- stehende Rippen und Schlüsselbeine werden als schön empfunden. Schuldgefühle beim Essen, besonders langsames Essen, heimliches Essen, Angst vor Gewichtszunahme; Sorge, die Kontrolle über das Gewicht zu verlieren. Gelegentliche Heißhungeranfälle, bei denen unbeobachtet und relativ wahllos Kekse, Brot, Süßigkeiten u.s.w. in sich hineingestopft werden. Selbstsicherheit wird fast ausschließlich über die Figur aufgebaut.

Die Ess-Brechsucht

wird von Angehörigen manchmal erst sehr spät erkannt, da die Betroffenen häufig normalgewichtig sind und gelegentlich sogar Komplimente über ihre Figur bekommen. Wenn jedoch Lebensmittel im Kühlschrank fehlen und einige der oben genannten Verhaltensweisen zu beobachten sind, muss an eine Bulimie gedacht werden.

Anorexien fallen allein durch ihr Erscheinungsbild auf. Allen an Essstörungen Erkrankten gemeinsam ist die Schwierigkeit, sie zu einer Behandlung zu bewegen. Sie fühlen sich stark, sehen in der erfolgreichen Gewichtskontrolle ein Erfolgserlebnis, das sie sich nicht ohne weiteres wegnehmen lassen wollen. Nicht selten werden über die Essstörung familiäre Konflikte "geregelt". Durch die Aufmerksamkeit, die nun dem Erkrankten gilt, werden andere Konflikte in den Hintergrund gedrängt. Die Störung "löst" also (durch Ablenkung) vorübergehend ein Problem, über das sich die Familie manchmal gar nicht bewusst ist.

Ist die Störung erst einmal offenkundig, gibt es kaum eine Familie, die dann alles richtig macht. Durch die Besorgnis über den manchmal bedrohlichen Gesundheitszustand entsteht ein Druck, irgendwie eingreifen zu müssen. Ermahnende Worte, sogar Blicke am Esstisch lösen Ärger und Trotz aus. Ignorieren, Gleichgültigkeit gegenüber der Störung erzeugen das Gefühl, "denen bin ich egal". Zwang, Druck und Vorwürfe bewirken meist Rückzug und Verstärkung der Störung. Was können Angehörige, Eltern von essgestörten Kindern also tun?

Behandlung von Anorexie und Bulimie

Diese Erkrankung muss möglichst schnell von ausgebildeten Therapeuten behandelt werden. Allerdings sträuben sich die Betroffenen häufig gegen eine Therapie. Deshalb ist eine gewisse Beharrlichkeit bei der Motivation zur Behandlung angebracht. Möglicherweise hilft der Weg über einen Arzt, zu dem der Patient Vertrauen hat. Eine ambulante Therapie wird von den Betroffenen zwar als angenehmer empfunden, in den meisten Fällen reicht sie jedoch nicht aus, da ein kontrolliertes Umfeld, wie es eine Fachklinik für Psychosomatik bietet, notwendig ist.

Im Carolabad arbeiten wir nach einem verhaltensmedizinischen Konzept, körperliche und psychische Störungen werden gleichrangig behandelt. Die Behandlung erfolgt in Gruppen- und Einzeltherapie, wobei in der Essgestörtengruppe auch Patienten sind, die sich in der ambulanten Nachbehandlung befinden.

Kontakt

Klinik Carolabad
Riedstraße 32
09117 Chemnitz

Telefon: +49 (371) 8142-0
Telefax: +49 (371) 8142-111
E-Mail schreiben

Ihre Nachricht an uns

*erforderlich
*erforderlich
*erforderlich
Anfrage senden